Porn oder nicht Porn - das ist hier die Frage?

Pupplay ist weder rein sozial, noch als rein sexuell abzustempeln. Es gibt Schnittmengen, es gibt Extreme. Viele große und kleine Diskussionen und Statements in den Telegram Gruppen, persönlich oder auch in Instagram Postings lassen nur den Schluss zu: "Pupplay ist das, was du daraus machst".


Beide Aspekte haben ihre Grundlage: der sexuelle Teil ist auf den Ursprung des Petplays aus dem BDSM-Bereich zurückzuführen und Pupplay ist als Fetisch zu sehen - inklusive Hood und Gear. Doch gerade die Entwicklung der vergangenen Jahre, eine soziale Gemeinschaft zu bilden, und immer wieder den Headspace als "Urlaub vom Alltag" zu definieren, untermauert stark den nicht sexuellen Aspekt.


In der Vergangenheit mussten Puppys hinnehmen, wenn sie offen kritisiert wurden, ihre Sexualität zur schau zu stellen. Über manche Pornos auf den einschlägigen Seiten wurde die Nase gerümpft, offene Handlungen bei Fetisch Events wurden scharf zurück gewiesen als "das ist nicht die Community, das ist nicht Pupplay". Es gab und gibt viele Anstrengungen, Pupplay aus der Schmuddelecke zu ziehen und jugendgerecht zu halten. Im Gegensatz dazu, haben es reine Social Puppys oft schwer. Wenn sie sich genötigt fühlen, zu Sex klar "nein" zu sagen und sich erklären zu müssen, kann der Spaß am Spiel mit dem Ball und das Tollen im Bällebad schnell vergehen.


Aber wie schaut es nun aus, wenn das Pupplay kommerzialisiert wird: Und zwar nicht durch Events, sondern durch Pornographie? Darf man hier die Frage stellen, ob dies wirklich notwendig ist? Wird da nicht die gemeinsame Basis geradezu ausverkauft? Ist es verwerflich, wenn jemand mit hohem Bekanntheitsgrad, auch - oder gerade - die Community nutzt, um dies umzusetzen? Gibt es moralische Fragen, die gestellt werden sollten oder müssen?


Und: Wie steht es mit offenen Kritiken und Unterstellung aus? Gehört das Thema mit Pauken und Trompeten ins Netz geblasen, oder sollte ein Dialog persönlicher geführt werden, um einen Schlagabtausch in den Socialmedia zu verhindern? Wirft so eine Schlammschlacht nicht auch ein negatives Bild auf die Community? Kann im Grunde, treu nach "Pupplay ist das, was du daraus machst", nicht jeder tun und lassen was er mag, solange er sich an das gültige Recht hält?


Sachlich betrachtet, war es eine Frage der Zeit, dass Personen außerhalb oder innerhalb der Puppy Community sich dem Pupplay-Sex annehmen, und professionelle Pornos anbieten. Und damit vermeintlich versuchen Geld zu verdienen. Rückblickend kann man hier den "Skater Fetisch" als Beispiel heranziehen. Was als Fetisch weniger junger Schwuler begann, wurde zur Mode und Salonfähig. Der Bedarf an Pornographie wurde geweckt und gestillt. Heutzutage ist das bekannte Label Teil der schwulen Szene, und auch bei vielen Puppies beliebt. Auch hier haftet der Beigeschmack an, dass eine Gemeinschaft mit einem gleichen Interesse instrumentalisiert und kapitalisiert wird. Durch Porn, durch Partys und durch Merchandising. Aber wiederum entstand dies auch zu einem Teil aus der Community getrieben und von der Szene genutzt.


Wichtig wäre insgesamt: Die Community muss eine Identität haben, besonders die soziale Gemeinschaft, die die Pupplayer vereint und zusammen bringt. Ohne persönliche Angriffe muss eine Diskussion erlaubt sein, insbesondere darüber, welche Folgen könnten entstehen - und ob überhaupt?


Dieser Text schafft es hoffentlich, beide "Seiten" etwas zu belichten. Er soll nicht werten, er soll zum Nachdenken anregen. Für eine offene und faire Diskussion.

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